Wolfgang persönlich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

im Leben wird man oft nur einfach so hin plaziert und weiß nicht, wie einem geschieht.
ein merkwürdiger Vater - weiß nicht recht, was er mit dem Baby soll

 

 

 

 

 

Vater und Sohn

 

mit jedem neuen Leben geht eine Sonne auf
sind Kinder immer die Erfüllung einer Frau? Das Mutter-Sein!
 
  
Warum macht man wohl eine persönliche Webpage?
Mir scheint fast, dem Ranking ............ wegen. Man will gesehen werden, will sich darstellen, seine Maske zeigen. Sein wahres Selbst kennt man ja eh kaum, besser man beschäftigt sich erst gar nicht damit, denn man könnte ja vielleicht sein  "Gesicht" verlieren. Man zeigt was man kann, aber nicht wer man ist.  Gut, nicht ............?
Ich bin Künstler, ich bin Techniker, ich bin Doktor der ...., und das glaube ich Euch einfach nicht!!    Das seid Ihr nicht!
Ihr seid nicht was ihr tut, ihr seid nicht Eure Glaubenssätze.
Na denn sucht mal schön, und wenn Ihr eben nicht sucht, dann bleibt Ihr eben weiter eine Schablone Eurer Glaubens- Sätze.
Ich falle lieber auf die Klappe, als mich ewig selber anzulügen.
Deswegen suchte ich das Lebensabenteuer, die Konfrontation und die Kommunikation. Ich glaubte nie an mich, aber an die Kraft die mich lenkte. Und für diese Kraft stehe ich jetzt ein.
Basta .........
und in Liebe
 
 
  
 
So fing alles am
22.4. 1953 an
"Freiherr vom Stein" Gymnasium- was wollte ich da bloß?
Grundschule im evangelischen Johannesstift- Berlin Spandau
stolzer Bootsbauer
 
 
 
 
 
 
 
Als Pferderancher mit 48 hatte ich schon meine Zweifel, ob das alles so richtig ist, was ich da tue
 
 
 
 
    Und was war nun der Sinn von Allem?

 

Das Heraustreten aus dem dem Schatten ....    
..dem Schatten des Unbewußten...... ans Licht des Erkennens..  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
         
 
 
 
Illusionen der Liebe in einer Frau
 
vom Juni bis September  06 bin ich in Deutschland und freue mich über jede Begegnung:
 Email: paso_de_lobo@yahoo.de
Ich bin auch gerne bereit Ihnen in Deutschland unter die Arme zu greifen, wenn es auch honoriert wird, denn ich muß sehen, wie ich meiner Familie und dem Projekt "Rancho de Caballos"  und "Parque Alto Palguín" finanziell unterstützen kann.

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

So werde ich jetzt an dieser Stelle eine Zusammenfassung meines bekloppten Lebens einfügen:

 
                                   
 
     
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
-- Lernen und Erfahren und mit offenen Augen und Ohren durchs Leben gehen  -
 
                                 Selbstdarstellung von Wolfgang Voss - Ehren
 
geboren in Berlin- Spandau am 22. 4. 1953        (Sonne: Stier- Aszendt.: Waage)
 
Vater:    Beamter bei der Berufsgenossenschaft für Nahrungsmittel Berlin
Mutter:  Hausfrau
Geschwister:  ein Bruder 1 ½ Jahre älter, eine Halbschwester 18 Jahre älter
 
Grundschule: private evangelisch- lutherische Schule des Johannesstifts   in Berlin Spandau
Gymnasium:  Freiherr von Stein Oberschule in Berlin Spandau, später
                        Sophie- Scholl Gymnasium  in Berlin Schöneberg
 
Interessensgebiete des Jugendlichen und Heranwachsenden:
A)   Erlernen der Kunstsprache „Esperanto“ mit ca. 13 Jahren (nicht beendet)
B)   Erlernen von Hypnosetechniken             mit ca. 14 Jahren
C)   Großes Interesse an der Astronomie, darauf folgende Mitgliedschaft der          
       Sternwarte Berlin Schöneberg, schleifen von Parabolspiegeln, eigene                   
       Herstellung eines Spiegelteleskops unter wissenschaftlicher Anleitung als
       15-Jähriger
D)   Großes Interesse an der Psychologie: psychoanalytische Bücher, 
       Seelenwanderung, Suggestivtechniken, Lernen im Schlaf u.ä.
E)   Interesse an der kosmopolitischen Idee  mit ca. 16 Jahren
 
Ausbildung:  3-jährige Lehrzeit zum Elektromechaniker und Industrie- Elektroniker bei der deutschen Siemens AG in Berlin Siemensstadt
  1972         
 
Erfahrung: Anstellung bei der Reederei „Wöhrmann- Linie“ als Ingenieur- 
        1974    Assistent im Seefahrtsdienst: Süd- West Afrika auf dem Stückgut- 
                     Frachter „MS Pangani“
                     Ziele: Elfenbeinküste, Dahome, Nigeria, Kongo                         3 Monate
                     Anstellung bei der königlich-schwedischen Sweadish- American Line als 
                     Küchenjunge und Bar- Personal auf dem Luxuskreuzer „MS Gripsholm“                                                                                                                                   3 Monate
                     Ziele: Azoren, Bermuda, Puerto Rico, Barbados, Antigua, Venezuela,
                     Kolumbien
              
 1975           Selbsterfahrung in Kanada (6 Monate), Prov. Alberta nahe dem North-
                     West Territorium und der Ortschaft Fort Mc Marry   ---  im Alleingang 
                     nach 3-tägigen Fußmarsch von der Ortschaft im kanadischen Urwald
                     Bau einer Blockhütte, rustikaler Möbel, eines Floßes, Überleben durch
                     die Jagd und dem Sammeln von eßbaren Pflanzen, Pilzen und Beeren. 
                     Absolute Einsamkeit.(Survival- training mit Risiko)
                    
 1975/76    Die wohl beeindruckendste Liebesgeschichte meine Lebens, keine 2 
                    Monate nach dem Tod meiner Mutter; mit meiner Freundin Christine D. 
                    beginnt und endet nach 1 ½ Jahren todunglücklich.
 
1978           Selbsterfahrung in alternativen Kommunen wie die AAO (aktions- 
                    analytische Organisation, Otto Mühl, Österreich, Neusiedler See) 
                   
                    Selbsterfahrung und kritische Betrachtungen der Bhagwan Sri Rashnish 
                    Bewegung (Sekte), Sri Shimnoy und Babaji (indische Weise, auch Gurus 
                    genannt)
                   
                   Ausbildung:  Studium der Psychologie in München und Ausbildung zum                    Primär-Psychotherapeuten  am Institut für „Ganzheitliche Primär-                   therapie in München Ottobrunn unter Leitung von Dipl. Psych. 
                   Hermann Munk nach intensiver  Eigentherapie         
 1976-  80   Weiterbildende Kurse in:
                    a)  Encounter- Gruppentherapien nach Rogers  
 1978- 85   b)  Gestalt- Therapie nach Fritz Perls am „Institut für  ganzheitliche 
                         Psychotherapien St. Coloman“ bei Rosenheim
                    c)  Bioenergetik nach Alexander Lowen am gestalttherapeutishen Institut                          ZIST in München unter der Leitung von Alexander Lowen
                    d)  Focusing
                    e)  Integrale Familientherapien
                    f)   Topographie des Unbewußten, Einflüsse der prä- und perinatalen 
                         Phasenauf das Einzelindividuum und die Gesellschaft nach Stanislaw 
                         Groff (LSD- Therapien) im(Therapiezentrum ZIST- München) unter 
                         Leitung von Stanislaw Groff (Stan Grof)
                    g)  Rebirthing Therapie und Affirmationstechniken nach Leonard Orr 
                           im Therapiezentrum St. Coloman)
                    h)  Reinkarnations- Therapie im „Institut für holographisches 
                         Bewußtsein“     Ottobrunn bei München

                                              

Gründung:  Gründung des „Primal Center Osnabrück gem. Verein“

  1980       a)  Arbeit als leitender Direktor und Therapeut des Therapiezentrums
                  b) Ausarbeitung neuer integraler Therapiemethoden auf der Basis 
                       der Primärtherapie nach Arthur Janov (Los Angeles)
                  c)  Ausbildungsseminare für Primärtherapeuten und Rebirthing- Anleitung
Selbsterfahrung:   in der körper- orientierten Rolfing- Methode nach Ida Rolf.
                                  Erlernen des Hängegleiterfliegens, Tauchens und 
                                  Bogenschießens.
Private Beziehungen: Gründung einer Familie mit meiner  Frau (bzw. Freundin)
                                       Brigitte B.,  Geburt meines Sohnes Florian. Unglückliche 
                                       ungewollte Trennung der Beziehung mit starken, schmerzlich-                                       verbleibenden Eindrücken für mein Leben
                                       Zweite unglückliche Beziehung zu einer Frau (Mechthild J.), in 
                                       der Schwangerschaft getrennt         
Beweggründe:  Nach den zwei unglücklichen Beziehungen zu Frauen habe ich den 
                           lang erträumten definitiven Entschluß zum Auswandern gefaßt, das 
        1987          „Pimal Center Osnabrück gem.e.V.“ geht in die Hände meiner 
                           Assistenten über. Die von mir für diesen Zweck erworbene 400 m² 
                           große Dorfschule bei Osnabrück wird verkauft.
Reisen:              Kundschafterreisen nach Paraguay, Uruguay, Argentinien und Chile
                            werden unternommen zum großen Teil mit meiner neuen Lebens-
    1985/87         gefährtin Christa unter schwierigsten Reise- Umständen (8 Monate 
                            Leben im Minipackzelt auch bei schlechtesten klimatischen 
                            Bedingungen).
Auswanderung:  Mit einem Rucksack und einer Reisetasche als Gepäck wandere  
                           ich mit meiner Freundin Christa B. nach Chile aus und suche mir 
                           spontan das chilenische Seengebiet als neuen Lebensraum bei 
                           dem kleinen Touristenort Pucon als zukünftigen Wohnort.

1987           Suche nach einem geeigneten Gelände zum Kaufen.

Wir werden nach 6 Monaten fündig und kaufen ein 600 000 m² großes Gelände nahe den „Termas de Palguín“ und dem Wasserfall „Salto del Leon“.

Anfangs im Zelt lebend bauen wir unser erstes Haus und erweitern unseren Besitz nach und nach mit weiteren 5 Blockhäusern und Zäunen (Weide- Einheiten für Pferde und Rinder)

Gründung (90): Nach 3-jähriger Pioniererfahrung als „Robinson Crusoe“ gründe ich die touristisch orientierte Pferderanch „Rancho de Caballos- Campo Pionero –Palguin Alto“ als Ort für erholungsbedürftige, naturverbundene, zivilisationsmüde Menschen, die ein „Naturerlebnis auf dem Pferderücken“ für die Regeneration ihrer seelischen und körperlichen Leistungsfähigkeit brauchen. Neben der Durchführung fester Programme für internationale Reiterreise- Veranstalter, arbeiten wir mit Individualreisenden, die unsere Adresse aus den verschiedensten internationalen Reiseführern (Bücher) entdeckt haben oder aber auch durchs Surfen im Internet. Unsere Kinder Franziska, Amirah und Thorin werden geboren und verleben auf der Ranch eine naturverbundene, gesunde Kindheit, aber in Isolation zur chilenischen Gesellschaft. Kauf eines Grundstückes und Bau eines Hauses nahe bei Pucon, um der Schulpflicht der Kinder nachzukommen.

Erfahrungen:    Autodidaktische Aneignung des Arbeitens am Computer inklusive bildverarbeitender Programme und des Internets.

                        Planung und Erstellung einer Wasserkraftanlage (Turbine)

                        Weitreichende Konfrontation mit funktechnischen Problemen im VHF- Bereich, und Telefonfunk

                        Tierhaltung inkl. Imkerei

                        Personalfragen in einer multinationalen Gesellschaft unter primitivster Umstände

                        Direkte Konfrontation mit der einfachsten Bauerngesellschaft, dessen Familienstruktur und ökonomischer Denkweise.

                        Weiterverarbeitung von Naturprodukten aus Holz (Schnitzereien), Früchten (Konserven), Milch (Käse) u.ä.

Gründung:    Beginn eines Baugeschäftes zur Erstellung von 1 und 2  
1995               Familienhäusern in Mischbauweise (Holz/Stein) als Winter- 
                        beschäftigung mit bis zu 10 Mitarbeitern.

                 

2000              Überlegungen:  Nach 13-jährigem Leben in der relativen Einsamkeit 
                       einer „Pferderanch unter den Vulkanen“ in den dünn besiedelten Anden 
                       Chiles mit nur wenigen „Campesino“- Nachbarn stellt sich die Frage 
                       einer neuen „Öffnung nach Außen“ mit dem Einsätzen seines Wissens 
                       und Erfahrungen zum Gemeinwohl der Außenwelt auf dem Gebiet der 
                       Psychologie, Gruppenkonflikten, sozial- psychologischer Vorgänge, 
                       Naturschutz und Abenteuertourismus im Nationalpark.
Selbsterfahrung: Erste tiefe Begegnung mit der „Münchner Rhythmenlehre“ (nach 
                       Wolfgang Döbereiner) , heilen nach astrologisch - homöopathischen 
                       Gesichtspunkten
Gründung:   Parque Alto Palguín, Naturpark im gemäßigten Valdivianischen 
2002              Regenwald, mit dem Zweck einheimischen Städtern ihre eigene Natur 
                       näher zu bringen und ausländischen Besuchern etwas von der
                       unermesslichen Flora zu zeigen.
Berufung:   Damit ich jetzt auch noch den Internet- Suchmaschinen Folge leiste, setze ich mal den Begriff "Schamanismus" als  mein Lebensthema hinein. Dieses Thema verfolgt mich, warum auch immer, ein Leben lang. Weil das, was ich machte, früher immer ein Schamane machte, nur hatte er weniger modische Wörter dafür.
Oft war er nicht
da, der Vater
 
Jetzt ist aber Schluß mit der Anhäufung langweiliger Fakten !!! Schließlich bin ich doch nicht das was ich tat, aber ich bin mein Erleben. Und erleben macht Spaß!
 
Aber eine kleine Leseprobe meiner geistigen Ergüsse in meinem Buch "Labyrinth des Schicksals" möchte ich Euch nicht vorenthalten (ich gebe zu, daß ich kein professioneller Schreiber bin). Wenn Ihr Interesse habt, könnt Ihr auch das komplette Buch lesen. Habt Ihr es abgespeichert, dann   solltet Ihr es aber auf dem Programm Microsoft Word öffnen (da hat man auch das Seitenformat noch erhalten).

Oder man lese es als PDF- Datei mit dem Acrobat- Reader. Dann hier klicken.Buch komplett

 

Leseproben     mit Auszügen aus  „Labyrinth des Schicksals“   

von Paso de Lobo (das bin ICH, glaub ich zumindest)

 

Die gemeinsame Reise und das Wir

Wenn ich mir Sie, lieber Leser, als Menschenwesen vorstelle, der mit mir an diesem Thema teilhat, dann sind Sie eben mit in der Geschichte. Sie sind ein Teil davon, weil Sie an meinen Gedanken teil-nehmen. Ohne Sie würde es doch sinnlos sein, überhaupt ein Buch zu schreiben. Da könnte ich mir ja alleine meine Gedanken machen und sie an mir vorbeirauschen lassen. Aber gerade durch Ihre Anteilnahme realisiert und damit auch materialisiert sich ja dieses Ding, was Sie gerade in den Händen halten, mit Ihren Augen wahrnehmen und sich Buch nennt.

Ich, als der Schreiber bin zwar nicht das Holz, was in dem Papier verarbeitet ist, ich bin auch nicht die Druckertinte, die diese netten Symbole, die sich Buchstaben nennen, sichtbar macht, aber ich bin der Geist, der diese netten kleinen Symbole in der Form aneinanderfügt, so daß Ihr Geist sie aufnehmen und verarbeiten kann.

Somit glaube ich, daß es Ihr gutes Recht ist, den dahinterstehenden Geist eines Schriftstückes substantiell kennenzulernen, ihn in den Bereich der Wahrnehmbarkeit zu rücken, ihn anfaßbar werden zu lassen.

Ich, als Derjenige, der sich Ihnen mit-teilt, habe da schon ein größeres Problem. Ich kann Sie mir jetzt als ein großes Publikum, also als eine unfaßbare Masse ohne Identität vorstellen, oder aber als eine kleine, vielleicht 6-köpfige Gruppe in einem gemütlichen Blockhaus vor einem offenen Kamin, oder als Einzelperson mir in einem Sessel gegenübersitzend.

Sind Sie eine fremde Masse, sind Sie eine Vielzahl von Personen, die mir bekannt sind, sind Sie meine Familie oder Sippe, sind Sie meine Kinder, denen ich meine Erfahrungen mitteile?

Für mein persönliches Grundgefühl werden Sie am ehesten ein Bruder oder Schwester in einer gemeinsamen aber an unterschiedlichen Orten durchlebten Lebenszeit im Rahmen einer Familie um ein Lagerfeuer geschart sein. Dieser Rahmen entspricht am ehesten meinem archetypischen Bild von Kommunikation und Miteinander. Der umgebende Wald schützt uns und gibt uns Feuerholz, ein rauschender Gebirgsbach im fernen Hintergrund und eine kleine gurgelnde Quelle nahe bei uns, sowie das Knistern des Feuers gibt uns die Begleitmusik. Ein klarer mondloser tiefschwarzer Sternenhimmel unter dem Kreuz des Südens macht uns unsere Winzigkeit als Einzelwesen deutlich und läßt uns die Unendlichkeit von Raum und Zeit fühlen. Wir sind als kleine Gruppe Eins, verbrüdert, auf einem gemeinsamen Boot in einem gemeinsamen Zeitabschnitt. Wir haben uns getroffen, nach langer Zeit wiedergefunden und berichten nun über unser Abenteuer „Leben“, unsere Erfahrungen, unsere Visionen, unsere Gedanken und unsere Entscheidungen für unser Leben.

So und nicht anders muß es für mich als Schreiber sein. Ich habe ein tiefes Urvertrauen zu Ihnen, als einen Teil in mir und außerhalb von mir, damit ich mein Inneres nach außen kehren kann und das Äußere zu meinem Inneren.

Und da gibt es noch etwas.

Manche von Ihnen sitzen merkwürdigerweise mit Bügelfaltenanzügen da, andere mit greller Modekleidung, andere mit blütenweißen indischen Saris, andere mit einem Overall, eine meiner Schwestern hat diese modischen Stöckelschuhe an den Füßen und einer ist zerlumpt und dreckig. Und doch ist jeder gekommen, dem anderen zuzuhören, ihn in seinem Dasein zu respektieren und ihn als Geschwister anzunehmen. Jeder hat auf seiner persönlichen Reise durch „seine“ Welt und „seine“ Wirklichkeit etwas vollkommen anderes erfahren, keiner ist mehr so wie der andere und doch gibt es die Gemeinsamkeit einer Familie und Sippe: Wir alle verstehen eine gemeinsame Sprache und sind alle gemeinsam bereit, dem anderen zuzuhören.

Alle haben wir unendlich viel Zeit für diese Zusammenkunft, niemand wird uns stören können, weil unser Zusammensein außerhalb der Zeit und damit außerhalb aller geprägten Vorstellungswelten des persönlichen Alltags liegen.

Dies ist meine Vision von Ihnen als Leser, Bruder in der Zeit!

Ich erwarte nicht, daß Sie mich verstehen werden in all meinen Gedankengängen, ich erhoffe mir auch nicht, daß wir nach dieser Zusammenkunft eine Einheitskleidung tragen werden, aber ich glaube im tiefsten Herzen daran, daß wir etwas voneinander über unser Lebensabenteuer gelernt haben.

Nehmen wir uns die Zeit, die Augen für die unendliche Vielfältigkeit des Lebens zu öffnen, in unseren Schwestern und Brüdern, in den Pflanzen und Tieren, in unseren Flüssen und Bergen, werden wir begriffen haben, wozu der „große Geist“ den Schicksalsfaktor erfunden hat. Wir werden begreifen, woher wir kamen, wohin wir gehen und wozu wir uns verkleiden, ja maskieren müssen und warum wir auf dem Weg leiden müssen.

Die Unendlichkeit in Einheit

 

Unendliche Weite und unendliche Zeiten umgeben mich, frei schwebend im Nichts und doch den Lebensplan als eine Ahnung in mir begleiten mich. Ich habe vergessen, woher ich kam und weiß auch noch nicht wohin die Reise geht, aber spüre, daß ich geschickt werde von einem Etwas, was keinen Namen hat und damit nicht aussprechbar ist. Ich denke nicht, sondern spüre nur ein Geschehen. Da ist nur ein Lauschen auf etwas, aber ein inneres Lauschen, was keiner Ohren bedarf.

Dennoch gibt es mich als Einheit in einer Einheit, daß man vielleicht als allumfassendes und allgegenwärtiges Einssein umschreiben könnte.

 

Die Ahnung

 

Die Ahnung geht auf die Suche,

doch sie kennt kein Ziel,

befindet sich auf einem Wege

und hat doch keinen Willen.

Die Ahnung nimmt alles in Allem wahr,

doch sie braucht kein Wissen,

sie erkennt alles Sein

und doch ist selbst kein Sein.

Sie schaut sich um im Unendlichen Sein,

hat keine Augen und ist doch Allwissend.

Ich bin eins in Gott und habe Dich dennoch verloren,

weil leben als Gott kann ich mich nur leben in einem Wesen,

brauche Grenzen in meiner allumfassenden Größe,

um mich selbst zu betrachten, um mich selbst zu fühlen,

um zu erkennen mein Wesen.

 

Darum opfere ich mich für die unendliche Größe,

die in mir wohnt und gebe mir Blöße,

teile mich auf in das Kleine, in Grenzen,

auf das ich durchs Leben erfahre das Außen.

 

Denn bin ich nur Innen, werde ich nicht zum Sein,

erst das Außen gibt mir Entrinnen, gibt mir Raum und Hiersein.

Doch die Zeit gibt mir Ursprung, die Spaltung gibt Kraft,

muß aber vergessen die Einheit und mich fügen der Macht,

doch die Allmacht bleibt Liebe,

in meinem himmlischen Gefüge,

 

kehre ich zurück aus dem unendlichen Lauf,

bleibt die Erfahrung, das Kreisen, der Raum.

Leben ist Freude, Spannung, Spaltung und Grauen,

doch ohne Leben bleibe ich in fernen Auen,

kann nicht fühlen, nicht sehen, nicht hören, nicht schmecken,

verliere mich in unendlichen Strecken.

 

Mein Wesen als Feuer und Luft, als Wasser und Erde

gibt mir die Basis für meine irdische Herde

Verzweifle nicht, bist Du als Wesen auch allein

Nach dem Leben findest Dich wieder, in meinem Sein

Mein Sein ist unendlich in Zeit und Raum

Doch vergiß alle Begriffe, auch glaubst Du es kaum

 

Wenn Du auch denkst, daß Du es weißt

unser wahres Wesen ist Energie und Geist

Mit Deinen Augen wirst nimmer mich finden,

selbst denken, handeln und langes sinnen,

bringt Dich nicht näher, entfernt Dich nur

doch die Liebe zeigt Dir mein himmlisches Tor

 

geh, mach Dich auf und suche weiter

beweg Dich, erfahre bis ins hohe Alter

gib nicht auf und verzweifle nicht

denn der Lohn für das Leid bringt Dich ans Licht

nur aus Licht bist beschaffen Du

siehst es zwar nicht, doch ist es so

 

all die Dinge und Wesen, die Dich begleiten

sind nichts als Licht in meinen Weiten

alles andere ist nur eine Illusion

die Ahnung träumt weiter und ist kein Hohn

glaube an mich, die unendliche Schöpfermacht

Du wirst sehen mein Reich und daraus ziehen Deine Kraft

 

Verlierst Du den Zusammenhang meiner Wirklichkeit

Bleibt nur Trauer, Haß und Endlichkeit

Das sehen meines Lichtes in allen Dingen

Gibt Dir Freundlichkeit und frohes Beschwingen

Sei gütig zu Dir und anderen auch

Ich zahl`s Dir mit Liebe und gefülltem Bauch

 

1. Phase - Spaltung, der Anfang eines Lebens

Doch da ist etwas ganz plötzlich um mich, etwas Greifbares, etwas Hörbares.

Kurz, ich bin geboren als Mensch in Deutschland Berlin, Spandau an den Flüssen Havel und Spree, am 22. April 1953 um 17.36 Uhr.

Meine Umgebung ist nicht gerade das, was ich mir so darunter vorgestellt habe. Irgendwie scheinen diese Wesenheiten um mich herum vergessen zu haben, was ich eigentlich als dieser Organismus, Mensch, brauchte. Als ob der Schock des Ursprungs, und das war ja wirklich ein heftiger Sprung in die Zeit, nicht reicht, behandelt man mich als ein Tier, welches das Muttertier nicht wärmen oder säugen darf. Dabei steht in meiner Körperahnung doch klar geschrieben, ich habe ein Anrecht auf Wärme, Nahrung und allgemeiner Gemütlichkeit. Statt dessen werde ich in einem Rhythmus, der nicht in meinem inneren Plan geschrieben steht, genährt und erhalte einen mich wärmenden Körper, der mir sehr bekannt ist. Den Körper nennt man hier Mutter, den Rhythmus Uhr. Es gefällt mir hier gar nicht, ich will wieder zurück in den Mutter-Körper, nein besser zurück in das Einssein. Aber die Wahl ist getroffen, der Rückweg versperrt. So ein Mist, da kann man doch nur wütend werden und sich die Seele aus dem Hals schreien, bis man letztendlich in ohnmächtige Trauer fällt und wieder abtaucht ins Träumen über die allumfassende Liebe und Einheit des Nicht- Seins. Und doch wird da etwas anderes spürbar, es ist Haß und Ärger auf das, was mich umgibt. Er prägt sich ein und prägt mich, als eine Art Empfangsmusik. Kein schöner Klang, zugegebenermaßen, aber es ist etwas, was ist, was bestand hat. Außerdem ist da auch noch etwas anderes, was ich schon vor dieser schrecklichen Zeit des selbst atmen Müssens empfand. Es ist dieser Körper, in dem ich wohne, der wuchs, sich langsam ausbreitete und eine seltsame Form annahm. Das ist doch wenigstens was, oder.

Ich bin!

Ich bin da, jetzt und hier!

Das Jetzt ist da merkwürdig aufgeteilt. Die messen das alle in Sekunden, Minuten, Stunden, Tagen, Monaten und Jahren. Weil sie das alle selber nicht so recht begreifen und auch gar nicht als Wirklich spüren können, haben sie da so ein komisches Ding an dem einen Extremität, was sie Uhr nennen, auf das sie immer wieder eilig drauf starren und danach eine erkennende, verstehende Miene im Gesicht zeigen, so, als würde ihnen dieses Ding, namens Uhr, ihnen etwas neues sagen. Sie scheinen dieses Ding auf jeden Fall sehr interessant zu finden, aber manchmal erscheint es auch, als würden sie, wie so leblose Körper danach funktionieren.

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, als sei dieses Ding der größte Feind meines Jetztdaseins. Der Körper, den sie meine Mutter nennen, reagiert und funktioniert nach dem gleichen Rhythmus, wie der Körper, der hier Krankenschwester genannt wird. Das kann doch eigentlich nicht sein und erscheint mir recht ungesund. Meine Mutter ist doch nicht die Krankenschwester und umgekehrt. Die Krankenschwester ist noch nicht mal eine Schwester von meiner Mutter und bestimmt darüber, wie oft ich Wärme und die warme Flüssigkeit haben darf, die mich noch mit dem Einssein verbindet. Ich glaube, die wollen mich hier nicht haben, ich soll wieder gehen, irgend woanders hin. Ein merkwürdiges Theaterspiel, eine merkwürdige, irgendwie ungesunde Kulisse. Und welche Rolle soll ich hier spielen?

Wer sind die überhaupt, daß sie mich so wenig achten, der ich doch gerade hier angekommen bin. Da hatte ich nun schon den Mut, den unendlichen Raum zu verlassen und etwas für das Ganze beizusteuern und werde nun so blöd empfangen.

Irgend wie Scheiße, das Ganze.

Und wieder spüre ich in mir etwas Neues, was mir zwar nicht im Einklang mit diesem Lebenskörper erscheint, aber dennoch ist. Es ist der Trotz und das Zurückziehen. Und wieder spüre ich: Ich bin!

Nur diesmal bin ich mit Wut und Trotz und Unverständnis und Sehnsucht nach der verlorenen Einheit. Der Sprung aus der Unendlichkeit in eine Greifbarkeit ist gelungen. Ob da nun ein Begreifen daraus wird, bleibt erst noch dahingestellt.

Was ich sagen wollte, ist, mein Start ins Leben war für mich als organisches, sich immer noch an eine Einheit klammerndes Lebewesen nicht gerade das, was man sich als harmonischen Klang vorstellt. Was ich auch bis heute nicht recht verstehen kann, ist, daß ein Menschenkind in einem Haus das erste Licht der Welt, also einer vollkommen neuen Dimension, erblicken soll, was sich Krankenhaus nennt. Eine Geburt hat ja wohl mit Krankheit gar nichts zu tun, es sei denn, man bezeichnet das Neugeborene als eine Art von Virus, welches lieber in Isolation vor einer heilen und sauberen Welt isoliert werden sollte.

Und da fängt eben schon mal die Distanzierung zwischen außen und innen an. Und das sind die ersten Prägungen in einer neuen Welt? Kein Hund und keine Katze muß diese Entfremdung erdulden, denn sie werden ja nur als Tiere von uns gesehen, also als etwas, was unter uns steht, unter unserer Würde ist und damit als Anderheit in der Welt unseres Erlebens ausgegrenzt wird. Jeder Mikroorganismus, jede Art von „Schmutz“ wird ausgegrenzt, um dem ach so geheiligten Menschen eine garantierte Gesundheit zu geben.

Dies folgte dann als Erfahrungsbilder in meinem Heranwachsen in einer Stadtgesellschaft, die sich von der Natur isolierte und anderes Leben nicht mehr herein lassen wollte.

„Mach Dich nicht dreckig, Junge!“, ist einer der typisch mütterlichen Besorgnisse.

„Paß doch auf, wo Du hin trittst“, heißt es, wenn man mal hin fiel und sich einen blutigen Ratscher am Arm holte.

„Kannst Du nicht einmal pünktlich nach hause kommen“, schrie es mir entgegen, wenn das Essen mal wieder kalt war, was mich eigentlich als Kind nicht weiter störte.

„Mußt Du immer so laut sein“, heißt es, wenn ich mal vor Freude oder Schmerz schrie.

Kritik und Begrenzungen fanden sich tagtäglich in meinem Lebensgefüge, was die Großen Erziehung nannten.

Schuld war immer und fortlaufend mein Begleiter, Hunger jedoch nie. Mütterliche Wärme wurden im Laufe des Aufwachsens immer seltener, väterliche Wärme waren tabu. Ein Vater ist die absolute Macht, der Herrscher, aber nicht wirklich greifbar, weil distanziert und kalt. Ich war ja nicht doof, als kleiner Steppke, und konnte ja noch wesentlich besser hinter die Dinge sehen, als die Großen. So sah ich schon die künstlich zurückgenommenen Gefühle meines Vaters, der tagein tagaus aus dem Haus ging und mit schlechter Laune wieder zurückkehrte. Was dieser große Mann machte, machte ihm offensichtlich keinen Spaß. Er sagte immer, ich muß es machen, um Brötchen zu verdienen.

Ich bin ein Junge und werde später mal ein Mann und das was Männer machen, wenn sie aus dem Haus gehen, macht keinen Spaß und sie kommen unglücklich nach hause. Das merkte ich mir! Das war eine Prägung.

„Geld verdienen macht keinen Spaß und ist mit entfremdeter Mühsal verbunden und Geld ist immer knapp“, also muß es wenig Geld geben und das männliche Leben dreht sich um Geld und Mühsal. Ich lernte eine ganze Menge dazu, nicht wahr!

Dann die fehlende Anwesenheit des Vater, des großen Mannes, der nie Zeit hatte, weil, er mußte ja Geld verdienen gehen, sagte mir: „Geld verdienen, heißt, keine Zeit zu haben und „abgespannt“ nach hause kommen“.

Dann kam die Schule.

Angst!

Das Haus und die Sicherheit verlassen, wieder einmal abrupt und nicht fließend und weit entfernt mit Straßenbahn und strammen Laufen verbunden.

Die Schule selbst lag dann auch noch in einem isolierten Bereich im Grünen von Berlin, Spandau, umspannt von einem ewig langen und ziemlich hohen Eisenzaun, zwischen dessen Sprossen man nicht den Kopf stecken durfte, weil man ihn danach nicht wieder herausbekam. Das hatte ich mir nach einem Panikanfall gut gemerkt. „Vorsicht, der Zaun ist eine Kopffalle!“ man bekommt ihn zwar irgendwie zwischen die Sprossen, aber die verdammten Ohren ließen den Kopf nicht wieder raus.

Das Thema Gerechtigkeit in der Welt wurde dann in der Schule auch schon früh praktiziert. Ich hatte in besagter christlicher Schule einen Klassenlehrer über 4 Jahre. Herr Stegemann (Name verändert) war enorm potent darin, immer nur mich zu erwischen, wenn ich mal nicht „aufpaßte“ oder träumte oder mit meinem Nachbarn redete. Seine Methode der Justiz hieß dann „Frühstück“, wobei er den abgewinkelten Daumen nahm, um über die Haare des Hinterkopfes oder der Schläfen mit enormer Kraft zu reiben oder genau diese empfindlichen kindlichen Häarchen zu nehmen und den Kopf daran hochzuziehen. Da sah man keine blauen Flecken hinterher. Er hatte noch andere recht kreative Methoden entwickelt, um uns das christliche Wesen von Liebe und Brüderlichkeit näher zu bringen. Die Falschheit seines Systems empfand ich damals leider als eine Unzumutbarkeit und verstieß ganz extrem gegen meine kindliche Ethik. ........

Aber ich habe etwas sehr wichtiges, vielleicht sogar das aller wichtigste für mein Leben in der Menschenwelt gelernt: Gerechtigkeit und Justiz sind zwei verschiedene Dinge. „Gerechtigkeit ist die Justiz Gottes bzw. des Schicksals, Justiz ist Macht“. Seitdem mir dies als Erwachsener später richtig bewußt wurde, unter anderem nach einigen sogenannten Prozessen, lächle ich nur noch über die Justiz und weiß ....., daß auch Richter durch den Schicksalsfaktor gerichtet werden!

Als kleiner Steppke ist dies allerdings noch schwer verdaubar. Man lernt ja noch, auch von den Herrn Pädagogen und man lernt, wie man mit den Kameraden umzugehen hat. Lieben und betrügen, besser sein und den anderen niedermachen. Stärke ist Anerkennung, Schwäche ist Verlust.

So einfach ist das, .. wenn man die Dialektik begreift.

Ich will reich sein, dafür wird ein anderer arm sein. Es klingt bitter, traurig, macht schon als Kind wütend und ist doch nötig für das irdische Gefüge.

 

3. Phase und die Anpassung an die Welt

Mutter sagt, eine Lehre machen, Vater sagt, ist mir alles egal, aber Du bist technisch veranlagt. Also wurde gemeinsam etwas gesucht, was in die Vorstellungswelten meiner Eltern und der umgebenden Gesellschaft paßte.

Elektronik ist gut, Mechanik auch, also begann ich eine Lehre als Elektromechaniker im größten deutschen Elektrokonzern.

Die Eignungsprüfung, die man da ablegen mußte, fiel gut aus. Zum Glück haben sie nur die Funktionen meines Körpers und Intellekts kontrolliert, einer psychologischen Kontrolle hätte ich wohl nicht standgehalten.

Also ging die Tortur weiter. Anpassung an die gesellschaftlichen Bedürfnisse, nur diesmal in praktischem Bereich. Ich kann Ihnen sagen, 1 Jahr hintereinander an Werkstücken herumzufeilen, Würfel, Hämmer, Dreiecke usw. war ein gutes Training dafür, wie halte ich einen Abstumpfungsprozeß durch, ohne zu Grunde zu gehen. Gemein gesagt könnte ich auch das als einen Anpassungsprozeß am Sklaventum benennen. Dieser schöne alte schwarz- weiß Film über „Utopia“, eine Stadt der Maschinen, drückt ganz gut die Örtlichkeit meiner Leerzeit aus.

Ich lernte dabei zu verstehen, wie es möglich ist, über ein Sklaventum und Volksverdummung man einen Weltkrieg entfesseln kann und wie, die nötigen Waffen produziert werden.

Erstaunlicherweise merkte das kaum jemand um mich herum. Die anderen lebten von einem Wochenende zum nächsten, träumten von Mallorca, neuen Autos oder aber auch nur von der neuen Beleuchtungsanlage in ihrer Mietwohnung im Badezimmer. Ich war heilfroh, daß ich mit meinem Lehrgeld mir ein kleines Zimmer leisten konnte und einen alten VW- Käfer Baujahr 1956.

Aber ich lernte. Ich lernte wiederum das Meister Krause, hoch auf seinem Podest über den anderen thronend, launisch Ungerechtigkeiten straflos austeilen konnte, lernte, daß das Hinweisen meinerseits darauf bestraft wurde. Lernte bei einem kleinen unverschuldeten Autounfall, daß ein Polizist vor Gericht mehr wert ist, als ein Lehrling. Der Polizist ist in meinen Käfer reingefahren. Ich lernte an schweren Bohrmaschinen, Drehbänken, Stoßmaschinen und Biegevorrichtungen zu arbeiten, lernte das Feiern mit den Lehrlingskollegen, lernte, daß man in der Industrie in der Gewerkschaft sein sollte und doch die Klappe halten muß. Und ich lernte, daß man unter Neonlicht, Werkbänken, Zementfußböden alle Hoffnung auf ein Leben mit Blumen, Sonne, Wald und Flüssen aufgeben muß. Da gibt es nur noch das Werken für den Menschen, durch den Menschen und über den Menschen. Andere Welten sind nicht vorgesehen und wenn, dann kann man sie sich im Fernsehapparat als Natursendung betrachten. Den Fernseher verdient man sich über das arbeiten in diesen Werkhallen.

Damals kannte ich noch nicht das Ausmaß dieses Teufelskreises, dieser Vorstellungswelten und die Verarmung der Gefühle und Empfindungswelten meiner Zeitgenossen.

Aber, wie gesagt, keiner merkte es!

Ich jedoch, von Tag zu Tag verzweifelter, abends mit meinen Freunden Whisky saufend und besoffen mit dem neuen gebrauchten Opel Kadett Coupe über die Stadtautobahn heizend, von schönen Mädchen träumend, eine Tüte Marihuana rauchend, Urlaub in Calella in Spanien planend, hielt durch. Am Kurfürstendamm in den Club 2 gehen, bei guter Musik mit Pink Floyd und Hawkwind sich bedröhnen, beim Athener Grill eine Pizza für 2 Mark kaufen, Billardspielen um die Ecke, mein Auto suchen, weil ich mal wieder den weit entfernten Parkplatz vergessen hatte, ist auch eine Erlebniswelt. Aber das Einnehmen von LSD war da schon heftiger, brauchte seine Vorbereitung mit meinem Freund Klaus und einem Schachspiel vor unserer Nase. Die Spielregeln veränderten sich urplötzlich, je nach Bedröhnungszustand, die Pferde liefen gerade, die Läufer um drei Ecken herum, die Türme übersprangen die Königin – die Welt hatte plötzlich andere Regeln. Sie hatte die Regeln des inneren Selbst und brachen so plötzlich heraus, daß es kaum zu ertragen war. Klaus spielte nach seinen Regeln und ich nach meinen und es klappte wunderbar ohne Streit und Justiz. Wir sahen hohe Flammen aufsteigen an verschimmelten Tapeten, Farbkompositionen, die auf die Musik reagierten, wir sahen all das im Extremen, was unsere fremde Umwelt uns sonst vorenthielt. Etwas lästig war dann schon das Klo einen halben Stock tiefer oder die Duschkabine in der Küche, weil es kein Bad in der Mietskaserne Berlin, Moabit, Beusselstrasse gab.

Aber wir fanden uns Selbst wieder, im Chaos der Droge. Unser Selbst, welches wir fast verloren hatten hinter den Steinmauern einer Fabrikanlage mit den Neonröhren. Die Drogen halfen uns, unser Selbst nicht gänzlich zu verlieren, selbst mit dem Risiko einen sogenannten Horror zu kriegen. Mein Kumpel stammte aus Lüneburg und hatte einen liebenswerten Alkoholiker als Vater und eine eiskalte Mutter. Auch nicht so ein einfacher Start. Dann gab es da noch den lieben Michael, Kunststudent seines Zeichens, Teetrinker und ganz brav und doch rauchte er manchmal versteckt einen Joint, um Visionen für seine Bilder zu bekommen. Da gab es den Tito, der sich mit Grippe in die Diskothek wagte, wild „abtanzte“ mit ordentlicher Alkoholdosis, im Klo zusammenbrach und mit 18 Jahren einen Herzfehler davontrug. Da gab es den Jürgen, der sich immer ganz toll und furchtbar schön fand, die Mädchen, die er „flach legte“ abzählte, erstaunlich viel Whisky trank und mir noch vor 2 Jahren die Wichtigkeit eines neuen Hausanbaus erklärte und die Vorteile der Federung seines Autos beschrieb. Aber was ist aus den Umarmungen geworden, aus den einfachen herzlichen und liebevollen Gesten? Die meisten haben sie verloren, nach 20 oder 30 Jahren Industriewelt...............

 

Wenn man 15 Jahre lang als verkorkstes Muttersöhnchen aufwächst, was sich stellvertretend für den Vater um den rheumatischen Rücken der Mutter kümmern soll, unter ständiger Angst des Selbstmords der Mutter ihre Krankengeschichten und Mordgedanken an den Vater reinziehen muß, gibt es irgendwann einmal keine Ängste mehr. Sehen Sie, wie wichtig schlechte Erfahrungen sein können. Man wird zäh, manchmal leider auch hart.

 

4. Phase und die Suche nach dem Ich

Nachdem diese, wie ich im Nachhinein empfinde, wirkliche wichtige Lehrzeit, verbrieft mit Zertifikat der Industrie- und Handelskammer zu Berlin, abschloß, stand ich erneut vor der großen Leere. Ich hatte in der Lehre gelernt, wie sehr man sich ausleert und ausliefert, wenn man die Denkmodelle der Anderen kritiklos übernimmt und zu seinen Eigenen macht. Das Ergebnis dieser Art von Übernahme sah ich tagtäglich in den Gesichtern, Bewegungen und Gedanken meiner Mitmenschen. Wenige lachten noch herzlich, wenige verstanden noch Begriffe wie Brüderlichkeit und Liebe, die Mundwinkel waren nach unten gezogen, die Interessen gingen in die Richtung, die die breite Masse für annehmbar hielt. Gab es bei einzelne Menschen Ausbrüche (Bader- Mainhoff), so waren sie rein oppositionell, also damit dem Widerstand an das Konventionelle gekoppelt und damit wiederum verbunden mit dem alten System. Kaum jemand kam auf den Gedanken weder das Alte zu verfluchen noch zu lieben, sondern es einfach hinter sich zu lassen und sein eigenes Ding zu finden.

Ich saß verzweifelt 14 Tage nach der Lehrzeit in meiner kleinen Mietsbude und wußte einfach nicht was tun. Da war keiner da, der mir einen Tip gab, der mich ans Händchen nahm und eine neue Alternative für mein Leben aufzeigte. Man wollte mich schon noch in der großen Firma übernehmen, zu verhaltensauffällig bin ich offensichtlich nicht gewesen. Aber ich haßte inzwischen diese hohen Mauern, unterirdischen Gänge, riesigen Parkplätze, monströse Kantinen, Materialausgaben und die Meister Krauses.

Kurzum, ich kündigte und suchte weiter, ohne Gelder vom Arbeitsamt zu erbetteln.

Da ich wegen der auffälligen Unzufriedenheit und Liebesunfähigkeit meiner Mitmenschen immer schon meinen Zweifel am Lebensort hatte, schon lange vom Auswandern träumte, schon immer die Welt verbessern wollte, mußte ich erst mal die Welt kennenlernen. Und dazu braucht man ein Schiff oder ein Flugzeug.

Also besorgte ich mir einen 35.000 Tonnen Frachter in Hamburg als neues Spielzeug und Erlebniswelt. So schwierig war das auch gar nicht, anbetracht meiner Naivität. Da ich ja nun nicht den Frachter alleine lenken konnte, noch etwas von Navigation, Schiffsmaschinen und Frachtverschiebung verstand, organisierte ich mir das entsprechende Material und Personal. Man glaubt gar nicht, wie einfach das geht. Ich mußte nur zum Seefahrtsamt gehen, ein Seefahrtsbuch besorgen, was dank meinem Lehrbrief total einfach war und mit diesem Stück Papier war ich schon Schiffseigner im doppelten Sinne.

Ich glaube, der Frachter hat mich 20 Mark gekostet und danach warf er mir monatlich 3000 Mark ab, ist das nicht komisch?

Ich fand sozusagen eine Lücke im System. Damit das alles seinen richtigen Weg nahm, nannte ich mich Ingenieur- Assistent und nicht Kapitän oder Reeder. Die deutsche Südwest- Afrika- Linie war plötzlich mein Eigen. Die machte den Papierkram und ich spielte Seemann auf der „Ms Pangani“, lernte dabei riesige Schiffsdiesels kennen, die Funktion von Ausgleichstanks, mächtigen Stromaggregaten, Separatoren zur Reinigung des Öls, Luftdruckanlasser, Radargeräte und und ...

Das war schon eine andere Welt, als die der Fabrik. Die 34 Menschen an Bord, die auch gerade Seemänner spielten, waren dabei für mich nicht weniger interessant. Da hatte jeder so seine Rolle. Der eine spielte Kapitän, weil er wohl am meisten die Brust noch vorne strecken konnte und damit sehr gewichtig erschien und auch ein paar Navigationskarten lesen konnte. Allerdings war er in dieser Rolle auch recht einsam und verschwand oft mit seiner Whiskyflasche in sein Privatreich. Am meisten sah man ihn in der Offiziersmesse beim Essen, seine Rolle war ja auch nicht mehr die, des Arbeiters, sondern des Königs. Also ließen wir anderen ihm auch seine Rolle, damit er nicht noch trauriger wurde.

Die meisten Kumpel in diesem gemeinsamen Lebensboot erfüllten auch hervorragend ihre angemessenen Rollen. Es wurde fleißig gesoffen, allerdings nicht mehr, wie in alten Zeiten Rum, sondern Gin. Man bemerke bitte diese kleine Veränderung in den Weiten der Zeiten. Nur die Buchstaben haben sich verändert, aber es blieben dennoch nur 3.

Um diesem Klischee auch noch die Spitze auf zu setzen, wurde dann meist die Rockgruppe „Yes“ gehört und hin und wieder gutes afrikanisches „Gras“ geraucht und im Hafen wurde „Sex“ gemacht. Der Geisteszustand der Schiffahrt beschränkte sich also auf wenige gutturale Laute wie Rum, Gin, Yes, Sex und Gras, was mir so eigentlich ganz gut gefiel. Das Denken hat man beim Besteigen des Schiffes an der Gangway abgegeben und, wenn man Glück hatte, nach einer 3-monatigen Reise wieder abgeholt. Das kann ich wirklich jedem empfehlen, der sich vorübergehend ein Schiff organisieren will und einfach mal vollkommen abschalten muß. Aber wehe dem, der andere Illusionen daran knüpft. Denn andere Menschen und andere Kulturen kennenlernen, geschweige denn „die“ Welt, sieht man da wirklich nicht. Man tauscht nur die Prostituierte in Hamburg gegen eine schwarze Nutte in Monrovia ein, ansonsten gibt es aber viel zu gucken, wie z.B. fliegende Fische vor dem schäumenden Bug des riesigen Eisenwals, ferne Lichterketten erahnter Zivilisationen am Küstenhorizont, haushohe Wassermassen, die den Bug im Meer verschwinden lassen, um nach scheinbar ewigen Zeiten wieder aufzutauchen, schwarze Männer in Pudelmützen und Wollpullovern bei 30° C im Schatten Schiffskräne bedienen.

Was dann das Hafenpersonal in Westafrika anbetrifft, die ja mit dem Be- und Entladen beschäftigt waren, gab es schon einige komische fast unglaubliche Situationen, die ich Ihnen nicht vorenthalten will.

Nachdem wir also bereits seit 3 Tagen draußen im Meer auf Reede lagen, das ist das in Hafennähe vor Anker gehen, wurde es uns schon recht langweilig, noch zumal die Bodega für Zigaretten und Alkoliks bei Ankunft von Zollbeamten des jeweiligen Landes verplombt wurden. Bevor die Entzugserscheinungen denn doch zu stark wurden, vertrieben wir uns unsere Zeit mit Tischtennisspielen und den Damen, die heimlich bei Nacht in einer kleinen Schaluppe herangekarrt wurden. Die waren sozusagen zollfrei. Um ehrlich zu sein, ich schaute mir das ach so menschlich-tierische Spiel neugierig an, fand aber am Mitmachen nicht genug Tier in mir wieder. Ich wunderte mich oft über die Spezies Mensch, die sich so herrlich einfach und animalisch zeigen kann, das Denken auf die einfachsten Abhandlungen und Riten beschränkt, wo es nur noch um das Leben und Überleben selbst geht. Der Mensch verlor auf dem Schiff für mich an seiner königlichen Würde, kam mir jedoch wieder wesentlich näher, durch die fehlende Falschheit und primitiven Ehrlichkeit, des Zeigens seines inneren Tiers.

Kamen wir dann endlich in den Hafen, wurden von der Besatzung alle Türen zum Wohnbereich ordentlich verschlossen, an der Bugseite eine überhängende Holzkonstruktion gezimmert und erst dann die Gangway heruntergelassen. 30 kräftige, gutaussehende schwarze Männer, wie schon gesagt in Pullovern, betraten das Deck mit zusammengefalteten Pappkartons unter den Armen. Ich war so verduzt, daß ich den 2. Offizier gleich nach dieser Merkwürdigkeit befragt. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, daß diese Leute Hunderte von Tonnen Ware, einschließlich französischer Autos in Pappkartons über die Gangway befördern wollten. „Die pennen darauf, me Jung“, sagte er in Hamburger Platt und ich verstand immer noch nicht. Also Augen auf und schauen.

!5 von den 30 Arbeitern verteilten sich auf dem Deck, breiteten ihre Pappen aus und legten sich tatsächlich umgehend zum Schlafen nieder. Warum diese Leute auf ein Schiff zum schlafen gehen, habe ich bis heute nicht erfahren, aber die Prozession wiederholte sich auch in den anderen 5 Häfen , die wir anliefen. Die überhängende Holzkonstruktion am Bug hatte auch so seine Komik. Alle paar Minuten verschwand einer der Arbeiter in dem Bretterverschlag, kurze Zeit darauf sah man Fäkalien durch die Luft in das Hafenbecken fliegen. Man konnte genau beobachten, wer Durchfall hatte oder was Wer am Vortage gegessen hatte. Zum Teil taten sich unheimlich aussehende Wasserschlangen an den Fäkalien gütlich, die es dort häufig gab............

 

Zurück in der Heimat verkaufte ich sozusagen mein Schiff weiter und übergab anderen Menschen meine ausgeliehene vorübergehende Rolle.

Doch der Traum vom Entdecken meiner Welt blieb.

So dauerte es auch nicht lange, bis mir das Schicksal ein neues Betätigungsfeld zur Verfügung stellte. Mein etwas älterer Bruder arbeitete des öfteren als Koch auf Luxuskreuzern. Er vermittelte mir die Rolle als Küchenjunge, das heißt wohl im gängigen Schiffahrtsjargon Smutche, oder so ähnlich, auf dem Kreuzfahrtsschiff „MS Gripsholm“ der Sweadish American Line.

Dieses riesige Hotel im Wasser eingebettet, zeigte sich als wunderschöne alte Dame mit vielen Armreifen, Ringen und Kettchen, jedoch von der technischen Struktur her als recht faltig und verbraucht. An den dicken übergetünchten Farbresten vergangener Zeiten, die wie Schminke auf ihrem stählernen Gesicht klebte, sah ich die vielen Abenteuer, die dieses Monster schon gelebt haben mußte. Eine Schönheit, die noch nicht bereit war, das Zeitliche hinter sich zu lassen, die immer noch die getürkten Orgasmen ihrer neureichen Passagiere miterleben wollte, die Dekadenz der Geldwelt in vollen Zügen in sich hineinziehend auf ihren entgültigen Herzkollaps wartend, durchschnitt sie die Weltmeere.

In Hamburg fügte ich mich ihrem Rufe, kroch auch ich unter ihre schützenden Fittiche aus Stahl, Mahagoniholz und Glas mit einem Rucksack als Reisegepäck ausgestattet. Ein tragbarer  Rucksack war sehr wichtig, denn ich wollte in Südamerika wieder von Bord gehen, um mein eigentliches Abenteuer zu beginnen. Unter diesem Aspekt und unter keinem anderen, sozusagen als blinder und dennoch mitarbeitender Passagier, konnte ich eine winzige Schlafkabine mit Doppelstockbett auch gut annehmen. Mein schwuler Kabinenteilhaber war dann auch kein Hinderungsgrund für mich, denn der verschwand sowieso fast täglich, oder besser gesagt nächtlich, in andere Gefilde. Ich habe nie herausbekommen, wer denn nun eigentlich der Schicksalserfüllungsgehilfe seines andersgepolten Daseins war.

Der Anfang dieser Reise ins Ungewisse zum fernen Südamerika  war aber mit anderen Schwierigkeiten verbunden. Nach Einschiffung meines Gepäcks besorgte ich mir noch eine Kleinigkeit in der Stadt, um dann im Hafenbecken zurück das typische laute Gehupe eines großen Dampfers beim Abfahren zu hören. Die schöne alte stählerne Dame schien mir eine lange Nase zeigen zu wollen und mich als Zumutung in ihrer Eigenschaft der Befriedigung der Perversion des Menschen doch wieder ausgespieen zu haben. Die wollte mich wohl wirklich nicht. Offiziell hieß es, ich hätte eine falsche Abfahrtszeit in Erinnerung gehabt, die mir mein werter Bruder vorher gab. Der war allerdings rechtzeitig an Bord.

 

Was also machen. Gepäck weg, Paß und Geld an Bord, nur die Kleider am Leib, aber mit dem Wissen, der Dampfer bleibt einen Tag in Rotterdam. Na, nichts wie hin. Wo geht die nächste Autobahn nach Holland, wird man mich beim trampen mitnehmen, finde ich für eine Nacht ein billige Unterkunft? Ohne Moos nichts los! Und doch klappte die Odeesse durch die Niederlande durch die Freundlichkeit und Offenheit der Leute, sowie des fehlenden geographischen Widerstandes ihres platten Landes. Auch die berüchtigten Coffeeshops hielten mich diesmal nicht auf.

Die Gangway der „MS Gripsholm“ war bei meiner Ankunft für mich bereits heruntergelassen, die alte Dame nahm mich in ihre Eingeweide freundlich lächelnd auf. Nur der schwedische Personalchef sah mich nordisch unzugänglich, durchbohrend an, spürte aber wohl, daß er mich noch für ein paar nette Schwierigkeiten brauchte, die ich ihm gerne bereiten wollte, ganz zu seiner Freude natürlich. Denn mein Herz ist groß im Präsentieren von Chaos und im Wachrütteln fast eingenickter Seelenheiten. Scheinbar brauchte er mich also als Opfer in seinem abgestumpften Job, der ihm weder Krankheit, noch Reichtum, noch einen kleinen Schiffsuntergang präsentierte.

Das wollte ich gerne leisten, natürlich ohne es damals zu wissen.

Schiff ahoi, nun ging es mal wieder los zu neuen Erlebniswelten, über die Azoreninseln und anderen unbekannten Exoten in die Weiten des Reiches Neptuns. Diesmal war mir Neptun freundlicher gesinnt und verzichtete darauf den Bug unter 15 Meter hohen Wellen zu begraben, während das Heck als schneller Fahrstuhl die gleiche Anzahl von Metern nach oben raste, mit Kippbewegungen zur Seite inklusive, um danach wieder 15 Meter nach unten zu sausen und das Ganze unendlich, ohne Unterbrechung, wie ein höllischer Tanz. Auf dem Frachter überlebte ich die Seekrankheit mit 20 minütigem Kotzen, wonach ich meine Uhr stellen konnte, 3 Tage lang. Auf diesen Tanz des Neptuns hatte ich keine Lust mehr und er hatte Einsehen und suchte sich einen anderen interessanteren Tanzpartner.

Meine Arbeit bestand aus dem Säubern von Blumenkohl, dem Schälen von Zwiebeln und dem Reinigen der Sauereien, die die Köche in der Küche anrichteten. Mein lieber Bruder steckte mir hin und wieder eine gefüllte Tomate mit Hühnerfleisch, Kartoffelkroketten mit Kaviar, Königinpasteten oder auch fritierte Froschschenkel aus Frankreich zu, so daß ich auch mal in den Genuß des Schlemmens kam, versteckt hinter einer Stahlmauer natürlich. Als man mich zum Abwäscher machen wollte, revoltierte ich jedoch. Nur wollten die Leute mir da nicht recht zuhören. Da mußte ich erst fieserweise einige 100 Goldrandteller demolieren, bis man begriff, daß man mich nicht so leicht herumschupsen konnte und orderte mich in die Snack bar. Dort durfte ich dann amerikanischem Edelpublikum Fleischbällchen und Käsehäppchens zu ihrem obligatorischen 5 Uhr Longdrink anbieten. Das war dann schon eine andere Sache. Endlich konnte ich mir mal diesen zoologischen Garten aus der anderen Sicht heraus betrachten und mir vorstellen, wie schön es doch ist, mal richtig reich zu sein. Damit die Darsteller dieses verrückt, verdrehten Filmes sich auch wirklich echt in ihrer Rolle als Reiche fühlten, machte ich auch brav meinen unterwürfigen Knicks beim Anbieten meiner absolut überflüssigen Ware. Zwischen mir und den mit Goldklunkern behangenen Herrschaften war das Verhältnis in stillschweigender Absprache denn auch recht akzeptabel. Nur den homosexuellen Barkeepern war ich ein Dorn im Auge, nachdem sie mitbekamen, daß sie mich nicht flachlegen konnten. Also wurde ich flott wieder abberufen und landete beim alten Posten in der Küche neben meinem kleinen, freundlichen uruguayischen Kollegen. Das war mir ganz recht, denn so lernte ich etwas spanisch, leider nur das Vokabular, welches man in einem Puff brauchte.

Angekommen auf den Bahamas sah ich zum ersten male etwas von karibischer Exotik. Lange, weiße Strände, Palmen, schöne braune Menschengesichter mit blütenweißen Zähnen, lautem Geschnatter und einem Lächeln. Wenn man zum ersten Mal in seinem Leben wirklich entspannte, nicht verstellte und echte Gesichter sieht, wirkt das für einen Westler wie ein Schock. Wie kann man denn so glücklich sein in all der Primitivität, wohnend in Pfahlbauten, mit Straßen aus Staub und Dreck, mit Gerüchen nach faulenden Früchten, mit Autos, die nur noch vom Rost zusammen gehalten werden? Das war neu! Das prägte sich mir tief im Inneren ein.

Aha, kein Geld, mehr Lebensglück, merkwürdig!

Da wirkte das Schiffspublikum in dieser natürlichen Einfachheit, wie ein eingefrorenes Eisbein zwischen einem Haufen von Mangos, besonders dann, wenn sich die Schlapphut beschützten, Spiegelsonnenbrillen bewaffneten, weiß bekleideten Passagiere über den farbenfrohen Gemüse- und Obstmarkt der Einheimischen ergossen. Während ich auf eine